Am Montagnachmittag, den 25. August, ist im Hamburger Hafen ein Großbrand ausgebrochen. Auslöser war offenbar ein Auto, das in einer Lagerhalle Feuer fing. In dem Gebäude waren Hunderte von Lachgasflaschen gelagert, die nacheinander explodierten. Die Explosionen sowie herumfliegende Trümmerteile setzten angrenzende Gebäude in Brand und machten es der Feuerwehr zunächst unmöglich, die Flammen zu löschen. Über ganz Hamburg war eine dichte, schwarze Rauchsäule zu sehen.
Insgesamt mussten 25 Menschen aus dem Gefahrenbereich gebracht werden, zum Teil mit Booten. Mittlerweile sind rund 18 Stunden vergangen, und die Feuerwehr teilte mit, dass noch immer etwa 120 Einsatzkräfte gegen das Feuer kämpfen. Bis die letzten Glutnester gelöscht sind, könnte es nach Einschätzung der Feuerwehr noch Tage dauern. Bislang wurden sechs Verletzte gezählt – darunter eine Person, die bereits am Montag lebensgefährlich verletzt wurde und sich nach Angaben der Einsatzkräfte weiterhin in Lebensgefahr befindet. Eine weitere Person erlitt schwere Verletzungen. Unter den Verletzten befinden sich auch drei Feuerwehrleute, die ein Knalltrauma erlitten haben, wie die Feuerwehr am Dienstagmorgen mitteilte.
A1 wieder freigegeben
Der Großbrand im Hamburger Hafen beeinträchtigte auch den Verkehr: Die A1 wurde zwischen dem Dreieck Norderelbe und dem Dreieck Hamburg-Südost in beiden Richtungen vorübergehend gesperrt. Teile der explodierten Druckgasbehälter waren auf die Autobahn geschleudert worden, wodurch es zu einem Unfall kam, bei dem eine Autofahrerin verletzt wurde und ins Krankenhaus kam. Ein Augenzeuge, der in einer angrenzenden Halle arbeitet, berichtete, er habe Rauch gesehen, dann sei geschrien worden und „dann flogen schon die Trümmer“. Die Sperrung der A1 wurde erst am späten Montagmorgen aufgehoben, doch in der Umgebung des Brandortes bleiben auch am Dienstag weitere Straßen gesperrt.
Entwarnung der Rauchentwicklung
Um 2 Uhr gab die Feuerwehr Entwarnung hinsichtlich der starken Rauchentwicklung im Hamburger Süden. In der Nacht waren noch 320 Feuerwehr- und Rettungskräfte im Einsatz. Aufgrund der Gefahr umherfliegender Trümmerteile konnten die Löscharbeiten erst mit mehreren Stunden Verzögerung aufgenommen werden. „Die Explosionen sowie die Brandintensität waren so stark, dass sich der Einsatzleiter nach einer ersten Evakuierung und der Rettung von Menschen für einen sofortigen Rückzug entschied“, berichtete die Feuerwehr. Eingesetzt wurden spezielle Fahrzeuge des Flughafens, die eigentlich zum Löschen brennender Flugzeuge gedacht sind, gepanzerte Wasserwerfer sowie Löschfahrzeuge des Metallherstellers Aurubis.